Wer eine Immobilie erwirbt, kalkuliert neben dem reinen Kaufpreis auch mit den Erwerbsnebenkosten. Diese beinhalten neben der Grunderwerbsteuer und den Notarkosten auch die Maklercourtage. In der Spitze können die Erwerbsnebenkosten bis zu 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen.

Am Makler führt selten ein Weg vorbei

Immobilien ohne Courtage sind selten zu finden © fotolia.com/ shock

Für Verkäufer ist es natürlich einfach, einen Makler zu beauftragen. Er übernimmt die Taxe des Objektes, die Erstellung von Anzeigen in den einschlägigen Medien und letztendlich auch die Verhandlungen mit den potenziellen Käufern. Das Honorar dafür liegt je nach Bundesland zwischen fünf und sechs Prozent des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer.

Außer in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen ist es üblich, dass der Käufer die Maklerprovision übernimmt.

Für Käufer ist es deswegen interessanter, eine Immobilie ohne Makler zu erwerben, allerdings auch schwierig. Die Anzahl der courtagefreien Immobilien ist stark eingeschränkt. Verkäufe von privat finden sich aufgrund des Aufwandes für die Verkäufer eher selten. Einige Makler haben sich darauf spezialisiert, Immobilien provisionsfrei anzubieten. In diesem Fall ist die Provision allerdings in der Regel im Kaufpreis integriert, welcher entsprechend höher ausfällt.

Was bedeutet courtagefreier Erwerb?

Immer wieder finden sich Anzeigen von Immobilienmaklern, die einen provisionsfreien Verkauf anbieten. In diesem Fall erhält der Makler seine Courtage vom Verkäufer, der diese in den Verkaufspreis hineinrechnen kann. Vor dem Hintergrund, dass dies jedoch zu einer übermäßigen Verteuerung des Objektes in Bezug auf den tatsächlichen Wert führt, wird die Beleihungswertberechnung seitens der Bank kritisch. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro würde dies bei einer Courtage in Höhe von fünf Prozent eine Verteuerung von 23.800 Euro bedeuten. Dies übersteigt den Beleihungsrahmen des Objektes deutlich. Wird das Objekt durch einen unabhängigen Gutachter taxiert, fällt dieser Umstand einer augenscheinlichen Überteuerung besonders in das Gewicht. Wirklich courtagefrei funktioniert oft nur, wenn kein Makler aktiv ist.

Immobilien ohne Makler­courtage strapazieren nicht den Geldbeutel

Video zu Courtagefreie Immobilien

Sichere Immobilie als Kapitalanlage

Statistik zu courtagefreie Immobilien

Transaktionsvolumen auf dem Immobilien-Investmentmarkt in Deutschland in den Jahren 2004 bis 2013 (in Milliarden Euro)

Ernst & Young

Begriffe aus unserem Glossar

Top-Begriffe zum Thema haben wir für Sie zusammengestellt:

  • Makler
    Vermittler beim Immobilienkauf [mehr]
  • Courtage
    Provision eines Maklers [mehr]
  • Gutachten
    Schriftstück, welches den tatsächlichen Wert einer Immobilie festhält. [mehr]